Der Einsatz von speziell auf die Herstellung von Mikroteilen ausgelegten Maschinenkomponenten in Verbindung mit erprobter Serientechnik aus dem Kleinmaschinenbau stellt hier eine praxisgerechte und günstige Möglichkeit zur Herstellung von Formteilen mit kleinsten Schussgewichten dar.
Der wachsende Bedarf an präzise spritzgegossenen Formteilen im Gewichtsbereich unterhalb von einem Milligramm macht es erforderlich, jeden einzelnen Verfahrensschritt des Spritzgießens entsprechend anzupassen. Die Ausführung aller Verfahrensschritte vom Granulateinzug bis zum Ausformen der Formteilkontur mit extrem wenigen aber hoch integrierten Teilen, wie am Schneckenkolben realisiert, fordert hierzu viele Kompromisse.
Eine Trennung der Plastifizierfunktion und der Dosierung ermöglicht eine Steigerung der Dosiergenauigkeit und dynamischere Einspritzvorgänge. Kritischer Punkt beim Mikrospritzguss ist die Verweilzeit. Durch die geringen Teilegewichte und die damit verbundenen geringen Einspritzvolumina bzw. geringem Materialdurchsatz kann es bei größeren Plastifiziereinheiten somit zu thermischen Beeinträchtigungen des Materiales kommen. Das durch den Schneckenkolben optimal erfüllte First-in – First-out Prinzip kann bei Maschinen mit separater Schnecken-Plastifizierung und Kolben-Einspritzung in der Regel schlechter realisiert werden.